WCAG 2.1 Grundlagen — Alles was du wissen musst
Einstieg in die vier Grundprinzipien der Barrierefreiheit: wahrnehmbar, bedienbar, verständlich und robust.
Artikel lesenWarum die richtigen HTML-Elemente entscheidend sind. Lerne, wie semantische Tags Screenreadern helfen und deine Website für alle zugänglich machst.
Semantisches HTML bedeutet, die richtigen Elemente für den richtigen Inhalt zu verwenden. Statt alles mit `div` und `span` zu bauen, nutzt du aussagekräftige Tags wie `header`, `nav`, `main`, `article` und `footer`. Das klingt vielleicht pedantisch, aber es macht einen riesigen Unterschied.
Screenreader-Nutzer können die Struktur deiner Website sofort erfassen. Suchmaschinen verstehen deine Inhalte besser. Und ehrlich gesagt: der Code wird wartbarer und logischer. Semantische HTML-Elemente sind nicht optional — sie’re ein fundamentaler Bestandteil barrierefreier Webentwicklung.
Lass mich dir die Elemente zeigen, die du kennen musst:
Der Kopfbereich deiner Website. Logo, Tagline, Navigationsmenü — alles gehört hier rein. Screenreader erkennen sofort: Das ist die Einleitung.
Navigationsbereiche gehören in `nav`-Tags. Das hilft Screenreader-Nutzern, direkt zur Navigation zu springen, ohne jeden Link vorgelesen zu bekommen.
Der Hauptinhalt deiner Seite. Es darf nur EINES pro Seite geben. Das macht es einfach für Nutzer, zum Hauptinhalt zu springen.
Ein unabhängiger Inhalt wie ein Blogartikel, eine Nachricht oder ein Kommentar. Nützlich, wenn deine Seite mehrere eigenständige Inhaltsblöcke hat.
Gruppiert thematisch verwandte Inhalte. Nicht so spezifisch wie `article`, aber semantischer als ein generischer `div`.
Der Fußbereich mit Copyright, Links und Kontaktinfo. Nutzer wissen sofort, dass sie am Ende der Seite sind.
Hier’s der Unterschied zwischen gutem und schlechtem HTML aus der Perspektive eines Screenreader-Nutzers:
<div>
<div>Mein Blog</div>
<div><a
href=”#”>Startseite</a></div>
<div>Artikel
über HTML</div>
</div>
Screenreader sagt: “Div. Div. Link. Div. Div.” Das ist verwirrend und gibt keine Struktur vor.
<header>
<h1>Mein Blog</h1>
<nav><a
href=”#”>Startseite</a></nav>
</header>
<article>Artikel
über HTML</article>
Screenreader sagt: “Banner. Überschrift 1. Navigation. Link. Artikel.” Viel klarer!
Du fragst dich wahrscheinlich: “Wie setze ich das um?” Hier sind konkrete Schritte:
Schau dir deinen bestehenden Code an. Wie viele `div`-Container hast du? Wo könntest du `header`, `nav`, `section` oder `article` verwenden?
Ändere nicht alles auf einmal. Beginne mit den wichtigsten Bereichen: Header, Navigation, Main-Bereich. Teste nach jeder Änderung.
Nutze kostenlose Tools wie NVDA (Windows) oder VoiceOver (macOS). Höre dir an, wie deine Website klingt. Das ist aufschlussreich.
Dein bestehendes CSS funktioniert wahrscheinlich noch. Aber überprüfe, ob Styling auf die neuen Elemente zutrifft.
Pro Seite darf es nur einen `main`-Bereich geben. Das ist nicht optional. Mehrere `main`-Elemente verwirren Screenreader.
Verwende H1-H6 in logischer Reihenfolge. Nicht H1, dann H3 — das ist verwirrend. Die Hierarchie sollte sinnvoll sein.
Nicht jeder Link ist Navigation. Nutze `nav` nur für Hauptnavigationsbereiche. Mehrere `nav`-Elemente sind okay (z.B. Hauptmenu + Footer-Links).
ARIA-Landmarks wie `role=”contentinfo”` für Footer helfen zusätzlich. Aber semantisches HTML ist die erste Wahl.
`article` für unabhängigen Inhalt (ein Blog-Post). `section` für thematische Gruppen (Kapitel eines Artikels). Verwirrt? Dann nimm `section`.
Semantisches HTML ist nur der Anfang. Aussagekräftige Alt-Texte sind genauso wichtig. Beschreibe das Bild kurz und prägnant.
“Semantisches HTML ist nicht egoistisch. Es ist nicht für SEO oder Styling. Es ist für Menschen. Es ist für Nutzer mit verschiedenen Fähigkeiten, verschiedenen Geräten und verschiedenen Netzwerkgeschwindigkeiten.”
— Web Development Best Practices
Semantisches HTML ist nicht kompliziert, aber es ist fundamental. Es kostet dich nichts extra — du schreibst den Code ja sowieso. Die richtige Wahl der Elemente macht deine Website zugänglicher, wartbarer und professioneller.
Du musst nicht alles auf einmal ändern. Beginne mit neuen Projekten oder refaktoriere schrittweise. Jeder `header`, jedes `nav` und jedes `article`, das du hinzufügst, verbessert die Barrierefreiheit. Das ist nicht nur das Richtige zu tun — es’s auch smart für deine Projekte.
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Artikel lesenDieser Artikel bietet informative Richtlinien zu semantischem HTML und Barrierefreiheit basierend auf WCAG 2.1 Standards. Die Inhalte sind zu Lernzwecken gedacht und ersetzen keine professionelle Beratung. Jedes Projekt hat unterschiedliche Anforderungen. Für spezifische Barrierefreiheitsfragen solltest du mit Accessibility-Spezialisten oder den offiziellen W3C WCAG-Richtlinien konsultieren. Die Implementierung dieser Praktiken erfordert Verständnis deiner spezifischen technischen Umgebung.